Diskussion:Lehrt Hegel, dass die Untertanen sich blind dem Staat unterwerfen müssen

Aus Hegelwerkstatt

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Zum Beispiel ist nach Hegel Freiheit nicht wesentlich so wie wir sie empfinden, (HL)

Wieso nicht? Natürlich ist das in Hegels Begriff der Freiheit enthalten. Übrigens kann die Empfindung ja wohl kaum der letzte Massstab sein, aber es muss natürlich gezeigt werden, wie diese Inhalte in dem wissenschaftlichen Begriff mit enthalten sind (und was ggfs. zu kritisieren und verbessern ist und warum - so dass man dieses wiederum verbessern kann usw.). (Kai)

sondern entfaltet sich in Relation zum Gesetz (HL)

Was soll das heissen "entfaltet sich" , "in Relation zum Gesetz"? Zum Verhaeltnis von Freiheit und Gesetz habe ich oben schon das noetige gesagt. Auch hier ist eine Uebereinstimmung oder Differenz inhaltlich zu zeigen. Die Haltung, das etwas, bloss weil es Gesetz ist, dann inhaltlich falsch bzw. mir entgegenstehend sein sollte, halte ich fuer albern. Im Gegenteil könnte man sinvoll argumentieren, dass gerade das explizit machen der Regelungen in einem geschriebenen, objektiven Gesetz bereits ein Fortschritt für sich ist (und zudem dadurch, das es so besser zum Gegnstand expliziten Nachdenkens gemacht werden kann, weiteren Fortschritt ermöglicht).

Noch etwas: Hegel hat einmal gesagt, das die Stellung zum Gesetz ein wichtiger Hinweis in der Beurteilung der Rechtsphilosophie ist. Es ist sicher kein Zufall, dass in Diktaturen das Gestz kaum etwas gilt (erstens wird es nach belieben angepasst, zum anderen wird ihm in der Praxis dann nicht viel Bedeutung beigemessen, da es ja eh dann um anderes geht, sei es um den Tyrann, sei es um eine Ideologie usw. Man schaue sich nur die Protokolle von Freyslers Volksgerichtshof an (lebhaft zu sehen z.B. auch in dem eindrucksvollen "Sophie Scholl" Film, oder die Randnotiz, dass Hitler - und allgemein die Nazis - Rechtsanwaelte verachtete). (Kai)

und erfüllt sich letztlich darin, diesem - bzw. ihrem Inbegriff, dem gesetzgebenden Monarchen - in Pflichterfüllung gegenüber dem Staat zu folgen. (HL)

Was spricht dagegen, als Staatsbeamter seiner Pflicht zu entsprechen? (zumindest sofern seine Pflichten, das Staatswesen und seine Gesetze vernünftig sind?) Warum soll ich mich - ganz prinzipiel, jenseits des Inhaltes - nicht an die Gesetze halten? (wäre es nicht auch hier erst einmal grundsätzlich, wenn man denn schon vom Inhalt abstrahiert, vernünftig sich an bestehende Gesetze zu halten?

D. h. Freiheit ist nicht mit Handlungsalternativen verbunden, zwischen denen das Individuum unbeeinflusst wählen und sich entfalten kann (HL)

a) wieso soll das nicht der Fall sein?

b) Aufgrund welcher Maßstäbe wirst du denn wählen?

c) Die eigentliche Frage ist doch nicht das formelle Wählen zwischen Alternativen (was natürlich auch der Fall ist). Es könnten ja die Alternativen alle schlecht sein oder schon so eingerichtet, dass dir nur eine Wahl bleibt ("Geld her oder Leben").

Es kommt sinnvollerweise schon darauf an, was du willst, was für Ziele du dir setzt und an diesen hast du dann den Masstab, inwiefern du diese verwirklichen willst und wo du dabei auf Probleme, Widerstände stösst (es ist ein Mangel des traditionellen liberalen Freiheitsbegriffes, das er sich darum nicht kümmert).

Das bedeutet aber dann nicht, das nicht jeder individuel dennoch wählen müsste, das ist aber eher das kleinere Problem.

Siehe auch: Über die Triebe (Kai)

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