Gans
Aus Hegelwerkstatt
Einschätzung von Kai: sehr wichtig für die hegelianische Rechtsphilosophie noch vor Hegel beliebtester Hegelianer seiner Zeit (bis 1.000 Hörer) mit Michelet und Rosenkranz wichtigster Hegelianer starker Gegener der historischen Rechtsschule von Savigny in Berlin fast täglicher privater Umgang mit Hegel und Familie Familie Freund von Hegel und Michelet, leider viel zu früh (1839) gestorben Gründer und Organisator der JWK (Jahrbücher f.wiss Kritik) Hegels Verbindungsmann nach Frankreich Kontakt zu Saint Simonisten Marx hat bei ihm 2 Vorlesungen zu Spezialgebieten gehört, aber auch bei Savigny Religionsphilos. Interessant für Bestimmung des Judentums
Gans, Eduard, Vertreter der philosophischen Schule der Jurisprudenz in Deutschland, geb. 22. März 1797 in Berlin von jüdischen Eltern, gest. 5. Mai 1839, studierte in Berlin, Göttingen und Heidelberg, wo mehrere seiner juristischen Abhandlungen in Thibauts »Archiv« Aufnahme fanden, und wurde 1826, nachdem er ein Jahr zuvor zum Christentum übergetreten war, außerordentlicher, 1828 ordentlicher Professor in der Berliner juristischen Fakultät. Durch Begründung der Rechtswissenschaft auf Philosophie trat er in Widerspruch mit der namentlich durch Savigny repräsentierten sogen. historischen Schule, die er bereits in der Vorrede zu den »Scholien zum Gajus« (Berl. 1821) angegriffen hatte.
Von seinen Werken sind als bedeutendstes zu nennen: »Das Erbrecht in weltgeschichtlicher Entwickelung« (Bd. 1 u. 2, Berl. 1824-25; Bd. 3 u. 4, Stuttg. 1829-35). Auch schrieb er: »System des römischen Zivilrechts« (Berl. 1827); »Beiträge zur Revision der preußischen Gesetzgebung« (das. 1830-32); »Vermischte Schriften juristischen, historischen, staatswissenschaftlichen und ästhetischen Inhalts« (das. 1834, 2 Bde.); »Rückblicke auf Personen und Zustände« (das. 1836); »Über die Grundlage des Besitzes« (das. 1839).
G. war Mitbegründer der »Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik«. Besonderes Verdienst erwarb er sich als Herausgeber von Hegels »Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte« (Berl. 1837).
[Lexikon: Gans, Eduard, S. 1 ff.Digitale Bibliothek Band 100: Meyers Großes Konversations-Lexikon, S. 66076 (vgl. Meyer Bd. 7, S. 321 ff.)]
Siehe auch
- H.J. Schoeps - Eduard Gans.pdf
- Manfred Riedel - Gans als Schueler Hegels.pdf
- Warren Breckman - Gans and crisis of Hegelianism.pdf
- Werner Vordtriede - Der Berliner Saint-Simonismus.pdf
- Norbert Waszek - La reception du Saint-Simonisme dans l'ecol.pdf
- Eduard Gans und die Armut.pdf
- Warren Breckman - Gans and crisis of Hegelianism.pdf
- Fritz Schlawe - Die Berliner JWK.pdf
